Über 30 Jah­re Enga­ge­ment für die GBB – Ein Blick zurück mit Mat­thi­as Scher­rer

Ein Gespräch über Wer­de­gang, Enga­ge­ment und Erin­ne­run­gen

Am Picas­so­platz in Basel erzählt Mat­thi­as Scher­rer mit ruhi­ger Stim­me und wachem Blick von sei­ner jahr­zehn­te­lan­gen Ver­bun­den­heit zur GBB – der Gesell­schaft Bas­ler Betriebsökonom:innen. Seit sei­nem Abschluss im Jahr 1976 war er nicht nur akti­ves Mit­glied, son­dern präg­te als lang­jäh­ri­ger Revi­sor, Netz­wer­ker und Wan­der­or­ga­ni­sa­tor das Ver­eins­le­ben ent­schei­dend mit.

Von Rein­ach zur HWV – mit dem Wunsch nach mehr Frei­heit

Mat­thi­as wuchs in Rein­ach auf und absol­vier­te eine kauf­män­ni­sche Aus­bil­dung in der Regi­on Basel. Nach dem KV folg­te ein Sprach­auf­ent­halt in Genf, ehe er auf der Gemein­de­ver­wal­tung zu arbei­ten begann. Doch schon bald reif­te der Wunsch nach mehr Selbst­be­stim­mung und zeit­li­cher Frei­heit – und so ent­schied er sich für den Wech­sel an die HWV, damals noch als klas­si­sche Tages­schu­le orga­ni­siert. „Ich war 21, leb­te noch zu Hau­se, habe mich beim Kan­ton erkun­digt und ein Sti­pen­di­um erhal­ten“, erin­nert er sich. Die HWV war noch wenig bekannt, doch das Kon­zept über­zeug­te ihn – und leg­te den Grund­stein für sei­nen spä­te­ren Weg als Wirt­schafts­prü­fer.

Rech­nungs­we­sen, Gemein­schaft – und lebens­lan­ge Kon­tak­te

Sei­ne HWV-Zeit beschreibt Mat­thi­as als inten­siv, aber mit gros­sem Gemein­schafts­geist. Beson­ders im Fach Rech­nungs­we­sen, das ihm sehr gefiel – nicht zuletzt dank Rek­tor Toni Nüs­se­ler, der ihn för­der­te und spä­ter auch zur Wei­ter­bil­dung zum Wirt­schafts­prü­fer moti­vier­te. Mit den Mit­stu­die­ren­den ent­stand eine enge Ver­bun­den­heit, Klas­sen­tref­fen und der Aus­tausch blie­ben noch lan­ge nach dem Abschluss erhal­ten.

Von der Ehe­ma­li­gen­grup­pe zum zen­tra­len Pfei­ler der GBB

Über Dozen­ten wur­de Mat­thi­as auf die frisch gegrün­de­te Ehe­ma­li­gen­ge­sell­schaft auf­merk­sam. Es gab damals kei­ne fixen Pro­gram­me – aber regel­mäs­si­ge Tref­fen, Fei­er­abend­bie­re und viel Begei­ste­rung. Mat­thi­as über­nahm bald die Funk­ti­on des Kas­siers. Vor dem USA-Auf­ent­halt gab er die­ses Amt ab – stell­te sich jedoch, gemein­sam mit Gian­ni Cado­sch, als Revi­sor zur Ver­fü­gung.

32 Jah­re Revi­sor – wie es dazu kam

Als Mat­thi­as 1991 gemein­sam mit Gian­ni Cado­sch das Revi­so­ren­amt über­nahm, dach­te er zunächst, es wer­de ein Ein­satz auf Zeit – drei bis vier Jah­re, so wie es auch in den Sta­tu­ten vor­ge­se­hen ist. Doch es kam anders. In enger Zusam­men­ar­beit mit dem lang­jäh­ri­gen Prä­si­den­ten Dan­ny Fried­mann, mit dem ihn eine ver­trau­ens­vol­le Ver­bin­dung ver­band, blieb er bis 2023 in die­ser Rol­le. „Solan­ge Dan­ny Prä­si­dent ist, blei­be ich Revi­sor – das war für mich klar.“ Gemein­sam mit Gian­ni Cado­sch bil­de­te er über Jahr­zehn­te das Revi­si­ons-Duo – stets mit einem wach­sa­men Blick auf die Buch­hal­tung, die mal mehr, mal weni­ger sat­tel­fest geführt wur­de.

Lunch­meetings mit Aha-Momen­ten

Ein beson­ders gelun­ge­nes For­mat aus frü­he­ren Jah­ren waren für Mat­thi­as die monat­li­chen Lunch­meetings: Jeweils ein Mit­glied stell­te beim gemein­sa­men Mit­tag­essen sei­nen beruf­li­chen Wer­de­gang und sei­ne Fir­ma vor. „Ich habe sicher an zehn bis zwölf die­ser Tref­fen teil­ge­nom­men – sie waren immer span­nend.“ Die Teil­neh­men­den kamen aus ganz unter­schied­li­chen Bran­chen, was für viel Abwechs­lung sorg­te. Beson­ders in Erin­ne­rung blieb ihm ein Vor­trag sei­nes Bru­ders – „da habe ich Din­ge erfah­ren, die ich vor­her gar nicht wuss­te.“ Die­se Ein­blicke und die unkom­pli­zier­te Atmo­sphä­re präg­ten sein Bild der GBB nach­hal­tig.

Alum­ni Focus & Manage­ment Sym­po­si­um – wirt­schaft­li­che Höhen­flü­ge

Ein High­light sei­ner GBB-Zeit war für Mat­thi­as ein­deu­tig der Alum­ni Focus – frü­her bekannt als Manage­ment Sym­po­si­um. Unter der Lei­tung von Dan­ny Fried­mann wur­de die­ses For­mat mit hoch­ka­rä­ti­gen Gästen auf­ge­baut. „Da kamen die Wirt­schafts­ka­pi­tä­ne der Schweiz nach Basel – CEOs bör­sen­ko­tier­ter Unter­neh­men. Mar­cel Ospel war dabei. Das war unglaub­lich ein­drück­lich.“ 300 bis 400 Teil­neh­men­de fan­den sich jeweils im Kon­gress­zen­trum ein. Für Mat­thi­as: „Eine Pio­nier­lei­stung, die ihrer Zeit vor­aus war.“

Ange­reg­te und span­nen­de Podi­ums­dis­kus­sio­nen am Manage­ment Sym­po­si­um, 2003

Wan­dern, Lang­lau­fen und Gemein­schaft

Mat­thi­as ist begei­ster­ter Wan­de­rer – und im Win­ter Lang­läu­fer. Über 15 Jah­re lang orga­ni­sier­te er im Rah­men des GBB-Jah­res­pro­gramms sport­li­che Aus­flü­ge: von her­aus­for­dern­den Zwei­ta­ges­wan­de­run­gen bis zu mode­ra­te­ren Tages­for­ma­ten. „Die Vor­schlä­ge wur­den geschätzt, das Feed­back war sehr posi­tiv“, erzählt er. Ein­mal erhielt er ein kri­ti­sches Mail – die Wan­de­rung sei zu streng gewe­sen. „Ich habe erklärt, was T2 oder T3 bedeu­tet – im Hoch­ge­bir­ge gibt es eben auch Schlüs­sel­stel­len.“ Die Stim­mung blieb gut, oft klan­gen die Tou­ren mit Hüt­ten­aben­den und Gesang aus. Auch heu­te bringt Mat­thi­as wei­ter­hin sei­ne Begei­ste­rung und sein Wis­sen über die Ber­ge in die GBB ein – und
orga­ni­siert mit viel Herz­blut die Aus­flü­ge im Jah­res­pro­gramm.

Tages-Wan­de­rung im Jura, 2022

GBB als beruf­li­ches und sozia­les Netz­werk

Mat­thi­as arbei­tet heu­te immer noch – ein­fach nicht mehr so viel wie frü­her. Und auch wenn sich sein Bedarf an beruf­li­chem Net­wor­king ver­än­dert hat, bleibt die GBB für ihn ein wert­vol­ler Ort der Begeg­nung. „Ich habe durch das Netz­werk Man­da­te erhal­ten, Kon­tak­te geknüpft und Tipps bekom­men. Das Who is Who gab es frü­her auf Papier – heu­te digi­tal über fhconnect.ch. Das Ziel ist aber das­sel­be geblie­ben: Men­schen zusam­men­brin­gen.“

Zum 50-Jahr-Jubi­lä­um: Ein Auf­ruf an die näch­ste Gene­ra­ti­on

Was wünscht sich Mat­thi­as für die Zukunft der GBB? „Dass sich jun­ge Absolvent:innen trau­en, rein­zu­schnup­pern – und blei­ben. Es lohnt sich. Für den Mit­glie­der­bei­trag bekommt man wirk­lich viel gebo­ten.“ Beson­ders schätzt er die Ein­blicke in die wirt­schaft­li­che und kul­tu­rel­le Viel­falt der Regi­on Basel – sei es durch Betriebs­be­sich­ti­gun­gen, Füh­run­gen oder ande­re Ver­an­stal­tun­gen. „Kon­tak­te, Aus­tausch, Inspi­ra­ti­on – das war immer die Stär­ke der GBB. Und das soll es auch blei­ben.“

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